Die stille Strategie, die das portugiesische Binnenland verändern könnte
Während sich ein Großteil der nationalen Wirtschaftsdiskussion weiterhin auf Lissabon und Porto konzentriert, beginnt sich in mehreren Regionen des Landes eine weniger beachtete Strategie zu entwickeln. In den letzten Tagen stand Empowered Startups im Mittelpunkt von zwei Veranstaltungen, die verdeutlichen, dass es eine umfassendere Vision für die wirtschaftliche Entwicklung Portugals gibt – basierend auf der Anziehung internationaler Talente, Investitionen und Innovation.
Zunächst in Santarém beim Santarém Summit zum Thema „Global Talent, Local Impact“. Wenige Tage später in Coimbra mit der Unterzeichnung einer Partnerschaft zwischen Empowered Startups und der Stadt Coimbra, um die Anziehung von Unternehmern, Forschern und internationalen Investitionen zu stärken. Diese Ereignisse mögen isoliert erscheinen, doch gemeinsam betrachtet zeigen sie etwas Bedeutenderes: den Aufbau eines nationalen Innovationsnetzwerks, das Universitäten, Kommunen, Unternehmen und globale Talente miteinander verbindet.
Seit mehr als zwei Jahren verfolge ich die Arbeit von Chris Lennon und Empowered Startups in Portugal. Was dieses Projekt besonders macht, ist nicht nur seine Fähigkeit, ausländische Investitionen anzuziehen. Entscheidend ist die Art und Weise, wie diese Investitionen mit Forschung, Wissen und den konkreten Bedürfnissen der Regionen verknüpft werden.
Coimbra ist dabei ein besonders interessantes Beispiel. Die Stadt, die historisch eng mit Wissen und Wissenschaft verbunden ist, positioniert sich zunehmend als internationaler Innovationsstandort. Die Verbindung zwischen der Universität Coimbra, der Stadtverwaltung und Empowered Startups schafft die Voraussetzungen, um Forschung in Unternehmen, Projekte in Investitionen und Wissen in wirtschaftliches Wachstum umzuwandeln.
Doch vielleicht ist Santarém das wichtigste Beispiel. Jahrzehntelang galten viele Regionen im Landesinneren Portugals als Gebiete, aus denen Talente abwanderten. Junge Menschen studierten, qualifizierten sich und suchten anschließend Chancen in den großen Städten oder im Ausland. Auf dem Santarém Summit wurde genau das Gegenteil diskutiert: wie internationales Talent, Unternehmertum und Innovation genutzt werden können, um lokal neue Chancen zu schaffen und regionale wirtschaftliche Impulse zu setzen.
Dieses Modell gewinnt noch mehr an Bedeutung, wenn man erkennt, dass Faro bereits einen ähnlichen Weg einschlägt – durch seinen Technologie-Hub und die Zusammenarbeit mit Empowered Startups. Schritt für Schritt entsteht ein Netzwerk, das verschiedene portugiesische Regionen mit internationalen Strömen von Wissen, Investitionen und Unternehmertum verbindet.
Am interessantesten ist, dass diese Strategie auf eine der größten nationalen Herausforderungen antwortet: die Wettbewerbsfähigkeit.
Natürlich löst dies nicht alle Probleme. Wohnraum bleibt eine Herausforderung, die Bürokratie ist weiterhin schwerfällig, und die Umsetzung erfolgt noch nicht mit der gewünschten Geschwindigkeit. Dennoch ist das Potenzial einer Strategie, die Wissen, Investitionen und internationale Talente im Sinne der regionalen Entwicklung zusammenführt, schwer zu übersehen.
Vielleicht verdienen diese beiden Veranstaltungen deshalb mehr Aufmerksamkeit. Sie zeigen ein anderes Portugal. Ein Portugal, das nicht einfach auf externe Investitionen wartet, sondern die Voraussetzungen schafft, um sie anzuziehen. Ein Portugal, das versteht, dass Talent heute zu den wertvollsten Ressourcen der Weltwirtschaft gehört.
Und vielleicht lautet die wichtigste Schlussfolgerung: Wenn Coimbra, Santarém und Faro den Wert dieses Modells bereits erkannt haben, wäre es interessant, wenn noch mehr Gemeinden, Universitäten und Regionen denselben Weg einschlagen würden.
Denn globale Talente suchen nach Chancen. Und Portugal hat alle Voraussetzungen, eine davon zu sein.
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